Exportieren von ARCHICAD-Dateien zu HKLSE-Software

Vorbereiten des ARCHICAD-Modells für den Export

Vor der Übergabe einer ARCHICAD-Datei an einen HKLSE-Ingenieur und dessen spezifische Software müssen am Architekturmodell bestimmte Vereinfachungen vorgenommen werden. Wie die Statiker benötigen auch die HKLSE-Experten nur bestimmte Teile des Projekts: die für ihre Arbeit relevanten Teile. Natürlich sind die Arbeitsabläufe der beiden Disziplinen nicht genau gleich. Während der Statiker häufig vorhandene Teile des Projekts ändern (z. B. eine Decke verstärken, den Querschnitt von Unterzügen oder Stützen vergrößern oder verkleinern oder ihre Position verändern) und neue Elemente hinzufügen muss, fügt der HKLSE-Ingenieur normalerweise nur Elemente hinzu und versucht dabei, Kollisionen mit den tragenden Strukturen des Entwurfs zu vermeiden.

Für den Export an HKLSE relevante Daten

Normalerweise sind die wichtigsten relevanten 3D-Elemente für den Export nach HKLSE folgende:

Lasttragende Strukturen,

Elemente der Gebäudehülle,

die Umgrenzungen der Innenräume.

Ebenfalls wichtig sind:

das Konstruktionsraster der tragenden Struktur,

die geplante Platzierung von Lichtquellen, Bad- und Küchenausstattung,

die Positionierung der Einbaumöbel,

alle Raumfunktionen und -nummerierungen,

Höhenlage, Geometrie und Konstruktionsraster von abgehängten Decken und Doppelböden. Dies hilft dem Ingenieur bei der richtigen Planung der HKLS-Ausstattung (Luftzufuhr, Sprinkler etc.).

Ebenen mit Elementen des Architekturmodells, die für die HKLSE-Planung nicht relevant sind, sollten ausgeblendet und somit beim Export ausgeschlossen werden. Irrelevante Elemente sind normalerweise die folgenden:

Bodenbeläge

Tür- und Fenster-Details

Möbel

Es können separate Ebenen-Kombinationen definiert werden, die die Inhalte für die Fachplaner aus den Bereichen Elektrik, Installation, Akustik, Niederspannungssysteme oder Fahrstuhltechnik enthalten.

Informationen zum Einrichten einer Ebenenkombination in ARCHICAD finden Sie unter Ebenenkombinationen.

Anwenden einer geeigneten Umwandlungsmethode

Die beiden gängigsten Dateiformate für den Export von ARCHICAD-Daten an HKLSE-Applikationen sind DWG und IFC.

Zeichnungen als DWG sichern

Die meisten HKLSE-Ingenieure arbeiten noch in einer 2D-Planungsumgebung (oft AutoCAD von Autodesk) und wollen daher AutoCAD DWG-Dateien empfangen.

In ARCHICAD erstellt der Architekt DWG-Dateien durch Definieren und Exportieren von Grundriss-, Schnitt- oder Ansichts-Ausschnitten und nicht durch Exportieren des eigentlichen 3D-Modells. Es empfiehlt sich, ein Publisher-Set mit vorkonfigurierten Einstellungen in ARCHICAD zu erstellen, um ein einfaches Erstellen der an den HKLSE-Experten zu übergebenden Dokumentation zu ermöglichen. Auf diese Weise können die voreingestellten Ausschnitte, die den aktuellen Status des Projekts darstellen, per Knopfdruck im angegebenen Zielordner im DWG-Format gesichert werden.

Siehe Arbeiten mit DWG/DXF-Dateien.

Modelle in IFC sichern

Manche HKLSE-Ingenieure erstellen ihre Planung direkt in einer 3D-Arbeitsumgebung (AutoCAD MEP oder Revit MEP). Für diesen Arbeitsablauf hat GRAPHISOFT einen übersetzerbasierten IFC-Datenaustausch entwickelt.

Siehe IFC Modell exportieren aus ARCHICAD.

Diese Funktion übersetzt das ARCHICAD-Modell in IFC, dem derzeit modernsten Format für den BIM-Modellaustausch. Beim Erstellen von IFC-Inhalten für den HKLSE-Spezialisten empfiehlt es sich, einen für den HKLSE-Austausch vorkonfigurierten IFC-Übersetzer zu verwenden (z. B. “DDS-CAD HKLSE Export”) oder einen für Ihre Anforderungen individuell zugeschnittenen IFC-Übersetzer zu verwenden.

Siehe IFC Übersetzer: Übersicht.

Manche HKLSE-Applikationen unterstützen die Kommunikation auf der Basis des BIM Collaboration Format (BCF) als eine Erweiterung zum IFC-basierten Datenaustausch. Der BCF Arbeitsablauf ermöglicht den Teilnehmern das Hinzufügen von Kommentaren zu gefundenen Überlagerungen (z. B. Kollisionen). BCF-Daten enthalten die referenzierten GUIDs der IFC-Elemente und ein Vorschaubild (Momentaufnahme): Dies ermöglicht den Anwendern ein einfaches Auffinden der “problematischen” Modellelemente in der referenzierten Sicht mit genau der gleichen Kameraposition, wie bei der Momentaufnahme. Das ARCHICAD Projektmarker-Werkzeug unterstützt das Importieren und das Exportieren von BCF-Kommentaren.

Siehe Arbeitsabläufe zur Verwendung von BCF im Projektmarker.