Physikalische Kamera

Schärfentiefe

Mit dieser Option wird die Schärfentiefe für den physikalischen Renderer aktiviert bzw. deaktiviert.

Genau genommen kann eine echte Kamera immer nur jeweils Objekte in einer Entfernung klar fokussieren. Alles, was sich vor oder hinter dieser Ebene befindet, erscheint zunehmend verschwommen. Der Bereich zwischen dem nächstgelegenen und entferntesten fokussiert erscheinenden Objekt wird als Schärfentiefe bezeichnet.

Weitere Informationen zur Funktionsweise der Schärfentiefe finden Sie auch unter Schärfentiefe (CineRender-Effekt)

Blende (f/#)

Mit dem Wert Blende wird die Blendenöffnung angepasst. Je größer sie ist (d. h. je niedriger der Wert Blende), desto kleiner ist die Schärfentiefe und umgekehrt. Die Blende ist die wichtigste Einstellung zum Anpassen der Schärfentiefe. Kleinere Werte führen zu einer entsprechend kleineren Schärfentiefe. Mit der Blende wird außerdem die Lichtmenge festgelegt, die in die Kamera eintreten kann.

Belichtung

Ist die Option Belichtung aktiviert, wird von der Kamera der Belichtungsvorgang simuliert. Das bedeutet, dass das gerenderte Bild je nach den Einstellungen Filmempfindlichkeit ISO, Blende (f/#) und Verschlusszeit in seiner Helligkeit variiert.

Bei einer echten Kamera wird die Helligkeit des Bildes durch die Lichtmenge bestimmt, der der Film ausgesetzt wird. Je mehr Licht auf den Film trifft, d. h. je größer die Blendenöffnung oder je länger die Verschlusszeit ist, desto heller wird das Bild und umgekehrt.

Filmempfindlichkeit ISO

Mit der Einstellung ISO wird die Lichtempfindlichkeit des Films festgelegt. Bei höheren ISO-Werten ist der Film empfindlicher und die Bilder werden heller.

Verschlusszeit

Mit der Verschlusszeit wird festgelegt, für welchen Zeitraum der Kameraverschluss während einer Aufnahme offen steht. Durch diese Einstellung wird die Lichtmenge bestimmt, die den Film erreicht. Sie ist nur bei aktivierter Option Belichtung relevant. Wird die Verschlusszeit länger gewählt, entstehen hellere Bilder.

Wenn Belichtung nicht verwendet wird, ist diese Einstellung für das gerenderte Bild ohne Relevanz.

Chromatische Aberration

Chromatische Aberration tritt bei Linsen auf, wenn unterschiedliche Farbanteile des Lichts – in Abhängigkeit von ihrer Wellenlänge – verschieden stark gebrochen werden. Davon betroffen sind nur unscharfe Bildbereiche. Wenn keine Unschärfe vorhanden ist, tritt chromatische Aberration auch nicht auf.

Mit dem Wert an dieser Stelle kann festgelegt werden, wie stark der “Farbversatz” gerendert werden soll. Der Wert kann auch als Grad der Sättigung in den blau-roten Bereichen beschrieben werden.

Bei einem Wert von 0 ist die chromatische Aberration deaktiviert.

Beachten Sie, dass das Aktivieren dieses Effekts zu entsprechend längeren Renderzeiten führt.

Blendenform

Mit den nachfolgenden Einstellungen werden die Bokeh-Bereiche erstellt. Dabei handelt es sich um Gebiete, die außerhalb des Fokusbereichs der Kamera liegen und die daher unscharf abgebildet werden. An diesen Stellen erscheinen kleine, helle Bereiche in der Form der Blende. Mit dem Bokeh kann erheblicher Einfluss darauf ausgeübt werden, wie ein Bild wahrgenommen wird, da unscharfe Bereiche abhängig von der Blendenform sehr unterschiedlich geformt sein können.

Bei deaktivierter Option ist die Blendenform rund. Bei aktivierter Option kann sie über die Einstellung Lamellen geändert werden (siehe unten).

Im Allgemeinen kann das schönste Bokeh (d. h. das weichste und fließendste Bokeh) mit einer runden Blendenform erzielt werden (Option Blendenform deaktiviert).

Beachten Sie, dass das Rendern von Bokeh-Effekten mit hohem Kontrast ein komplexes Verfahren darstellt und entsprechend lange dauert.

Lamellen

Das Bokeh wird in erster Linie durch die Blendenform bestimmt. Die Blendenform ist ihrerseits von der festgelegten Lamellenanzahl abhängig. Je mehr Lamellen angegeben werden, desto runder ist die Blende. Die kleinstmöglichste Anzahl beträgt 3.

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Weißabgleich (K)

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Der Weißabgleich dient dazu, das Einfärben weißer Oberflächen durch Lichtquellen (z. B. Himmel, Sonne, Kerze usw.) zu vermeiden. Legen Sie den Wert Weißabgleich auf die Farbe der Lichtquelle fest (Wolfram bezieht sich auf den Glühfaden in einer Glühlampe). Sollten die Voreinstellungen nicht Ihren Erfordernissen entsprechen, können Sie die Option Eigene auswählen und über den Wert Weißabgleich (K) eine benutzerdefinierte Farbtemperatur festlegen. Farbtöne können festgelegt werden, ohne die Lichtfarbe selbst zu ändern.

Wie in der oben dargestellten Abbildung erkennbar, entsteht bei 5.500 K ein bläulicher und bei 7.500 K ein gelblicher Farbton. Der Wert von 6.500 K (typisch für Tageslichtbedingungen) sorgt für einen grauen, betonartigen Farbton (auf die Objekte im Bild wurden Betontexturen angewendet).

Die Farbtemperatur wird in Kelvin (K) gemessen.

Selbstverständlich kann der Weißabgleich auch dazu verwendet werden, Renderings zu kolorieren. Der neutrale Wert ist Tageslicht (6500K). Im Allgemeinen führen niedrige Werte zu blauen und hohe Werte zu gelben Farbtönen (genau entgegengesetzt zur Beschreibung oben, der Weißabgleich bleibt dennoch ein Korrekturwert).

Linsenverzerrung – Quadratisch/Kubisch

Linsenverzerrungen (unterschiedliche Vergrößerungen hinsichtlich des Abstands von der Linsenachse) bewirken, dass gerade Linien an der Kante des Bildes gebogen erscheinen.

In der Fotografie neigen Weitwinkelobjektive (mit geringer Brennweite) dazu, tonnenförmige Verzerrungen zu erzeugen, während Teleobjektive (hohe Brennweite) kissenförmige Verzerrungen erzeugen. Diese Effekte lassen sich mit den Einstellungen der Linsenverzerrung simulieren.

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Die gleiche Fläche wird mit unterschiedlichen Linsenverzerrungen gerendert

Positive Werte ergeben eine tonnenförmige und negative Werte eine kissenförmige Verzerrung.

Verwenden Sie reale Tests und das Tracking Ihrer Kamera, um festzustellen, ob Sie “Quadratisch” oder “Kubisch oder eine Kombination aus beiden Einstellungen verwenden sollten (diese Einstellungen weisen von der Mitte der Ansicht nach außen nur geringfügige visuelle Unterschiede auf).