Tekla Structures

Tekla Structures ist eine BIM-Software (“Building Information Modeling”), die das Erstellen und die Koordination exakt detaillierter und hervorragend konstruierbarer 3D-Strukturmodelle ermöglicht, und das unabhängig von den Materialien oder der Komplexität der Struktur. Tekla-Modelle können über den gesamten Gebäudeprozess von der Planung bis zur Fertigung und dem Bau- und Konstruktionsmanagement verwendet werden.
Lesen Sie mehr über Tekla Structures unter http://www.tekla.com.
Neben IFC kann ein BCF-basiertes Problemmanagement (z. B. Konflikterkennung, Eigenschaften-Änderungen etc.) ausgeführt werden zwischen Tekla Structures und ARCHICAD, da beide Applikationen BCF als native Funktion unterstützen.
Wir schlagen Ihnen folgenden Arbeitsablauf für den Architektur-Statik-Modellaustausch zwischen ARCHICAD und Tekla Structures (Version 15 oder neuer) vor. Das empfohlene Format für den Datenaustausch ist die modellbasierte IFC-Version 2×3.
Anmerkung: Wenn Sie ein Video (in englischer Sprache) zum empfohlenen ARCHICAD-Tekla Structures Arbeitsablauf und seinen Optionen sehen möchten, dass auf einem realen Beispiel beruht, gehen Sie zu:
http://www.graphisoft.com/products/archicad/interoperability/structural/.
Scrollen Sie anschließend zu: ARCHICAD-Tekla Structures Workflow.
Tipp: Auch wenn der Schwerpunkt dieses Kapitels auf IFC-Modellen liegt, können Sie die IFC-Verbindung zwischen ARCHICAD und Tekla durch einen BCF-basierten Arbeitsablauf erweitern. Dies wird von beiden Programmen unterstützt.
Schritt 1: Modell-Export aus ARCHICAD
Beginnen wir mit dem Architekturmodell: Als Architekt erstellen Sie das erste Modell gemäß den Anforderungen des Kunden und dem vorgegebenen Baugrund.
Beim Aufbau des Architekturmodells sollten Sie daran denken, dass Sie vorhaben, es mit einem Statiker auszutauschen. Verwenden Sie daher die Klassifizierungsoptionen in ARCHICAD, um die tragenden Elemente zu unterscheiden, die Elemente in spezifischen Ebenen zu platzieren und/oder die anfänglichen Profile und Materialien der Elemente wie beispielsweise Stahlträger (Stütze und Unterzug) zu definieren.
Wenn Sie Ihr Architekturmodell auf diese Weise erstellen, brauchen Sie beim Exportieren des Modells nach IFC lediglich bestimmte Filter anzuwenden. Darüber hinaus können Sie neben den Exportoptionen auch “Alle sichtbaren Elemente exportieren” auswählen. Dies ist eine weitere Möglichkeit, die Elemente für den Export zu filtern. Verwenden Sie beispielsweise die ARCHICAD-Funktion Strukturdarstellung, sodass nur die Kerne der mehrschichtigen Elemente sichtbar sind. Oder verwenden Sie die Modelldarstellung, um anstelle von Türen und Fenstern nur Öffnungen anzuzeigen und diese zu exportieren, sodass Rahmendetails und andere nicht erforderlichen Daten entfallen.
ARCHICAD bietet einen integrierten Übersetzer, dessen Einstellungen für den Export von Modellen nach Tekla Structures über IFC optimiert ist. Der Name dieses Übersetzers lautet “Datenaustausch mit Tekla Structures”. Natürlich können Sie Ihre eigenen individuellen Übersetzer gemäß Ihren spezifischen Anforderungen definieren und fein abstimmen.
Weitere Möglichkeiten zum Filtern von Elementen beim Export-Prozess:
nach der Sichtbarkeit der Elemente in der Ansicht, von der aus der Export gestartet wird,
nach der aktuellen Elementauswahl,
nach Geschoss (z. B. nur EG),
nach Elementtypen (z. B. nur Stützen und Unterzüge),
nach ihrer tragenden Funktion (z. B. nur “Tragende Elemente”).
oder Sie können das gesamte Projekt/Gebäude ohne jede Filterung exportieren. Die Standard-Filterungsregeln der Übersetzer können auch während des Exportprozesses (Ablage > Sichern als (IFC)) noch angepasst werden.
Weitere Details finden Sie unter Modell-Filter.
Anmerkung: Beim Filtern von Elementen für den Export aus ARCHICAD können Sie deren Einordnung nach tragender Funktion berücksichtigen.
Sie sollten diesen Filter jedoch beim Importieren eines Modells aus Tekla Structures nicht verwenden (empfohlen wird die Einstellung “Alle Elemente”), da Tekla Structures beim Exportieren nicht zwischen tragenden und nicht-tragenden Elementen unterscheidet.
Sie können für den Export nach Tekla Structures Modellansichten definieren, in denen nur die (wichtigen) Elemente sichtbar sind, die Sie dem dem Statiker übermitteln wollen. Anschließend können Sie mit einem einzigen Klick über den Publisher alle diese Ausschnitt-Sets als IFC-Modelle exportieren.
Schritt 2: Importieren des Modells in Tekla Structures
Die Statiker erhalten das Modell vom Architekten und fügen es als geschützte Referenz in ein Tekla Structures Projekt ein (“Referenzmodell einfügen”-Werkzeug). Sie können wählen, ob der gesamte Inhalt des Architekturmodells importiert werden soll oder nur die Elemente in ausgewählten Architekturebenen. Auf diese Weise filtert der Statiker das Modell bei Bedarf.
Die Statiker erstellt das Strukturmodell und seine Details basierend auf dem Referenzmodell und seinen Elementeigenschaften (Materialien, Profile), wie sie vom Architekten definiert wurden. Tekla-Elemente können entweder mit dem Tekla Makro-Werkzeug “IFC objects to native objects” aus den referenzierten Architekturelementen umgewandelt werden oder sie können manuell definiert werden.
Tekla Structures kann auch analytische Modelle aus dem Strukturmodell erzeugen und sie gemeinsam mit Analyse-Applikationen nutzen. Basierend auf den Ergebnissen der Analyse und der Entwurfsberechnungen wird das Strukturmodell fertiggestellt.
Schritt 3: Strukturmodell-Export aus Tekla Structures
Das Strukturmodell oder ein gefilterter Teil davon kann über eine IFC-Datei wieder nach ARCHICAD exportiert werden.
Die folgende Tabelle enthält die grundlegenden Elemente von Tekla Structures und zeigt, dass ein hervorragend detailliertes Strukturmodell nach ARCHICAD importiert werden kann.
Schritt 4: Importieren des Strukturmodells in ARCHICAD
Je nach der gewählten Importmethode können Sie das Strukturmodell oder einen Teil davon zu Ihrem laufenden ARCHICAD-Projekt dazuladen oder damit verknüpfen.
Wir empfehlen die Verwendung des Standard-IFC-Übersetzersets für Tekla Structures. Dies ist der gleiche Übersetzer, den Sie zuvor zum Exportieren verwendet hatten. Natürlich können auch angepasste Übersetzer- und Filtereinstellungen verwendet werden.
Anmerkung: Beim Importieren eines Modells aus Tekla Structures sollten Sie keine Elemente nach ihrer “Tragenden Funktion” filtern, da Tekla Structures beim Modell-Export nicht zwischen tragenden und nicht-tragenden Elementen unterscheidet. Die IFC-Eigenschaft “Tragend” wird somit nicht unterstützt. Die Option “Alle Elemente” ist daher die empfohlene und Standard-Einstellung für den Modell-Element-Filter im Übersetzer “Datenaustausch mit Tekla Structures”.
In ARCHICAD werden die importierten Elemente standardmäßig in gesperrten Ebenen mit der Erweiterung “Tekla” platziert, um dem Konzept des Referenzmodells zu genügen.
Tragende Elemente können über die spezielle Sichtbarkeitssteuerung von ARCHICAD zusammen mit dem Architekturmodell angezeigt werden. Sie können beispielsweise mit dem Transparentpausen-Werkzeug das aktuelle Modell und den konstruktiven Inhalt als zwei verschiedene 2D-Ansichten vergleichen.
Architekten können die Hauptstrukturen sowie weitere zusätzliche Eigenschaften nach Element (im Einstellungsdialog der importierten Elemente) oder nach Modellhierarchie (mit dem IFC-Manager) prüfen.
Standardmäßig umfasst der Importprozess auch die Materialumwandlung, die die Tekla Structures Standardmaterialien in ARCHICAD-Schraffurtypen umwandelt und dabei die ursprünglichen Namen der importierten Materialien beibehält. Das bedeutet auch, dass tragende Elemente in Schnittfenstern mit den Bauteilschraffuren ihrer zugewiesenen Baustoffe angezeigt werden. Natürlich können die Zuordnungsregeln in den IFC-Übersetzereinstellungen einfach bearbeitet und erweitert werden.
Alle nicht erkannten Tekla Materialien werden mit einem vorgegebenen ARCHICAD-Baustoff angezeigt.
Schritt 5 und 6: Aktualisieren des Architekturmodells
In ARCHICAD (Schritt 5) können Sie Ihr Projekt entweder mit den importierten Modellelementen manuell aktualisieren, indem Sie diese als Referenz verwenden, oder durch Kopieren und Einsetzen der tragenden Elemente als ARCHICAD-Objekte, da es sich aufgrund der automatischen Umwandlung während des Importprozesses hierbei um bereits um native ARCHICAD-Elemente handelt. (Diese importierten Elemente sind standardmäßig gesperrt.)
Die neueste Version des Architekturprojekts kann jetzt, wie oben beschrieben, wieder mit IFC exportiert werden (Schritt 6).
Schritt 7 bis 9: Erkennen der Änderungen in Tekla Structures
Tekla Structures kann die neue IFC-Datei neben der alten im gleichen Strukturprojekt einfügen. Ein Änderungs-Manager kann die geometrischen Änderungen zwischen den beiden Referenzmodellen vergleichen und anzeigen (Schritt 7). Die neuen, gelöschten, geänderten und ungeänderten Elemente können neben dem realen Strukturmodell angezeigt werden.
Als Nächstes können die Ingenieure entsprechend den Ergebnissen des Vergleiches Änderungen am Projekt vornehmen (Schritt 8) und anschließend ein neues Strukturmodell an ARCHICAD zurückschicken (Schritt 9).
Schritt 10 und 11: Erkennen der Änderungen in ARCHICAD
Die neu empfangene IFC-Modellversion kann in ARCHICAD mit dem Befehl IFC-Modell-Änderungen ermitteln mit der vorherigen Version verglichen werden (Schritt 10).
Das Ergebnis des Vergleichs wird mit dem Projektmarker-Werkzeug aufgelistet und angezeigt, und nur die Unterschiede werden in das aktuelle Projekt dazugeladen. Sie können die von Ihrem Statik-Fachplaner empfohlenen Änderungen sehr einfach überprüfen und manuell Änderungen an dem aktuellen Projekt vornehmen, oder Sie können die tragenden Elemente als ARCHICAD-Elemente verwenden (Schritt 11).
Schritt 12: Zusätzlicher Datenaustausch/Arbeitsgänge
Statiker wie auch Architekten können den beschriebenen Modellaustausch mit Vergleichen und Aktualisierungen in zusätzlichen Arbeitsgängen mehrfach wiederholen. Zum Abschluss erstellen die beiden Disziplinen ihre jeweils eigene oder eine gemeinsame Dokumentation.

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